Elternverein HTL-Mödling
Fünf Tage Woche Fahrzeugtechnik Drucken

Gespräch mit Abteilungsvorstand Dr. Michael Diglio wegen 5 Tage Woche am 23.2.2009

 Anlass für das Gespräch war der - von einem Mitglied des EV Vorstandes - nachdrücklich geäußerte Wunsch, die 5 Tage Woche in der gesamten HTL durchzusetzen.

Ausgangslage und Haltung der Schulleitung

Am Samstag Unterricht gibt es nur in den Abteilungen Fahrzeugtechnik (ab der 2. Klasse) und Umwelttechnik, sowie in der 4. und 5 Klasse in der Abteilung Maschinenbau. Herr Direktor Dipl. Ing. Cernov teilte mir mit, dass er aus Sicht der Schulleitung für die 5 Tage Woche ist, da der freie Samstag einfach kostengünstiger ist. Da die Mehrheit der Lehrer aber dagegen ist und es natürlich einen gewichtigen Einfluss der Abteilungsvorstände gibt, empfahl er mir, mit den betroffenen AVen Dr. Diglio und Dipl. Ing. Klosterer zu sprechen.

Bisherige Ansätze die 5 Tage Woche im SGA durchzusetzen seien jedoch auch daran gescheitert, dass viele Eltern dagegen waren. Es empfiehlt sich daher auch eine Umfrage bei den Eltern, bevor der SGA mit dem Thema befasst wird.

Haltung der Abteilung Fahrzeugtechnik

Herr Dr. Diglio legte mir seine wesentlichsten Argumente dar:

Pro Samstagunterricht

- die Auslastung bzw. Verfügbarkeit vieler Geräte (z.B. EDV, Labor) wäre bei 5 Tage Woche gar nicht möglich.
- ab der 2. oder 3. Klasse gibt es Projektarbeiten, für die die entspannte Atmosphäre des Samstags ein großer Vorteil ist.
- vormittags sind die Aufnahmefähigkeit und der Lernerfolg viel besser als nachmittags, wo allgemein die Energie viel geringer ist.
- den Schülern soll ihre Ausbildung etwas wert sein. Das soll auch dadurch bewusst gemacht werden, dass sie den Samstagvormittag "investieren".

Contra Samstagunterricht

- einige Schüler wohnen sehr weit entfernt und können sich das Heim nicht leisten, so dass sie täglich anreisen. Für diese ist der Samstag sehr hart. Man ist aber bestrebt, für diese Härtefälle genauso wie für Alle, die einzelne Samstage für wichtige außerschulische Aktivitäten (Sport, Kultur, Feuerwehr,...) brauchen, jeweils individuelle Lösungen zu finden.

Herr Dr. Diglio erklärte sich dazu bereit, eine neuerliche Umfrage zu dem Thema zu machen, schlug mir aber vor, erst die Ergebnisse der letzten Umfrage (Mitte 2006) zu studieren und in Einzelgesprächen mit Eltern, Lehrern und Schülern die Stimmungslage zu erforschen.  Ich konnte auch mit einzelnen Lehrern der Abteilung sprechen, die teils zwar nicht glücklich mit dem zusätzlichen Arbeitstag waren, letztlich aber dafür, da sie auch die Vorteile für den Schulerfolg sehen.  Hinsichtlich des Informatikunterrichtes teilte man mir mit, dass dieser an anderen Tagen, als am Samstag sogar unmöglich wäre, da die Informatiksäle unter der Woche ausgebucht sind. Auch würde die Verlagerung eines Teiles der Stunden auf Samstag, unter der Woche Platz für Förderunterricht schaffen.  Mir wurde Einsicht in alle Unterlagen der Umfrage von Mitte 2006 gewährt. Dabei waren auch die Umfrageergebnisse der Abteilung Umwelttechnik.
Daraus ergab sich bei allen 3 Gruppen (Lehrer, Eltern, Schüler) eine Mehrheit für die Beibehaltung des Status quo. Bei den Lehrern sogar mehr als 2/3 (Umwelttechnik 80%, Fahrzeugtechnik praktisch 100%).

Lediglich in einer einzigen Klasse in der Abteilung Fahrzeugtechnik war offensichtlich eine klare Mehrheit der Eltern pro 5 Tage Woche dokumentiert. Insgesamt votierten aber auch die Eltern mehrheitlich für die Beibehaltung des Status quo. Auch bei den Schülern entschied sich die Mehrheit für die Beibehaltung der derzeitigen Regelung .Die Änderung des Status quo kann nur entweder im Einvernehmen mit der Lehrerschaft und den Schülern, oder mit 2/3 Mehrheit im SGA durchgesetzt werden, wobei keine der 3 Gruppen überstimmt werden kann.

Martin Laa

Mitglied Vorstand EV